RUMÄNIEN – EINE GEBRAUCHSANLEITUNG für deutsche Tourist*innen, Manager*innen und Ausgebürgerte (Teil II)

Kurz, knapp und aktuell.

Was deutsche Tourist*innen, Ausgebürgerte oder Manager*innen im Auslandseinsatz in Rumänien erwarten können (im Vergleich zum deutschen Kulturstandard) und ein paar mögliche Lösungsansätze (natürlich ohne Gewähr, denn jeder Mensch ist anders 😉 ):

  • Dynamik, polychronische Einstellung zur Zeit, Unberechenbarkeit
    • Es bewegt sich viel, in verschiedene Richtungen, oft mit mäßigem Erfolg
    • Die Dinge werden nicht immer der Reihe nach, sondern gleichzeitig erledigt
    • Oft werden Lösungen nicht zu Ende geführt, da Geld fehlt oder die Strategie ändert sich oder das Interesse flaut ab
  • Emotionalität
    • Es wird viel gelacht, umarmt, geküsst, laut geredet, geschimpft, sogar geweint und geschrien – auch in der Öffentlichkeit
    • Wut, Freude, Liebe in der Öffentlichkeit zeigen ist normal
    • Viele Nerven, aber schnell auch wieder OK
    • Selbstbeherrschung für die Rumänen nicht so wichtig als Spontaneität und “Dampf ablassen”
    • Aggressivität im Straßenverkehr ein echtes Problem!
      • >> Vorsicht geboten!
    • Sehr heiß im Sommer > Führt zu mehr Stress
      • >> Geduld, Umsicht, “es wird schon wieder”
      • >> Die Welt der Gefühle ist wichtig, kalte Fakten nicht so beliebt
  • Status-Signalisierung, Ungleichheit
    • Statussymbole und Luxus wichtig (wer kann, mag sich schön anziehen, schöne Wohnungseinrichtungen haben, Markenprodukte, im städtischen Milieu Frauen sehr gepflegt; teuerer Urlaub, exotische Ziele; Britische Unis für die Kids; tolle Autos, Haushaltsprodukte etc., sehen und gesehen werden) – aber die meisten Rumänen leisten sich so etwas nicht
    • viel Paternalismus im Management, Erwartung dass der Staat/Manager/Firmeninhaber sich um die Menschen kümmert
    • Die meisten rumänischen Eltern wünschen sich eine gute Hochschulbildung und ein gutes Diplom für Ihre Kinder – aber eher als Weg zum Ziel (als Statussymbol, für eine bessere Zukunft, bessere Bezahlung). Akademische Titel (Dr., PhD) genießen nicht besonders viel Ansehen (in Rumänien sind viele unseriös), Geld haben ist besser
    • Männer immer noch privilegiert, aber Frauen stark, haben hohen Erwartungen
    • Politische Korrektheit oft gehasst von den älteren (45+), neulich Angst vor LGBT, Transgender und Migranten (wenig Verständnis)
    • Weiterhin Diskriminierung von Roma, Migranten, Frauen, Schwulen, aber oft nur verbal
    • Man beschwert sich gerne, sucht aber nicht immer nach Lösungen, sondern nach Zustimmung und kurzfristige Hilfe; oft werden echte Probleme schöngeredet, Inferioritätskomplexe werden überkompensiert
      • >> Über reiche Menschen wird gegrollt, sie werden aber heimlich hochgeschätzt und um ihren Lebensstil und ihre Macht beneidet. Nicht herumstolzieren, Verständnis für schwere Lebensverhältnisse zeigen, aber keine herablassende Großzügigkeit
      • >> Gastfreundlichkeit akzeptieren, fair und angemessen agieren
      • >> Gebrauchte Kindersachen in gutem Zustand werden normalerweise verschenkt, nicht verkauft!
  • Partikularismus und persönliche Beziehungen
    • Kontakte pflegen ist wichtig
    • Persönliche Situation empfunden als wichtiger als die unpersönliche Kraft des Gesetzes
    • Menschen werden nie nur auf Ihren Beruf reduziert – Familie ganz wichtig
      • >> Familie oder Ehegatte/Ehegattin immer miteinladen (auch bei Unternehmensparty, Firmenevent z.B.) etc.
      • >> Interesse an Kinder/Eltern/Familie zeigen, Verständnis für individuelle Herausforderungen
#interculturalcommunication #consulting #romania #culturalconsultation #interkulturellekommunikation #rumänien #internationaleprojekte